Werbung gehört im Gastgewerbe zum Alltag fast so selbstverständlich wie der erste Kaffee am Morgen oder das obligatorische „Mise en Place ist fertig?“. Ob Restaurant, Café oder Hotel: Ohne Werbung wissen Gäste schlicht nicht, dass es euch gibt. Und noch weniger, warum sie genau bei euch essen oder übernachten sollten.
Damit Werbung funktioniert, braucht es zwei Dinge: Werbemittel und Werbeträger. Klingt zunächst wie typischer Marketing-Fachjargon aus dem Berufsschulbuch das ist aber in der Praxis ziemlich logisch. Wer versteht, womit geworben wird und wo diese Werbung erscheint, kann Marketingmaßnahmen gezielter einsetzen.
Werbemittel und Werbeträger – der grundlegende Unterschied
Im Marketing unterscheidet man zwei zentrale Begriffe:
- Werbemittel – die eigentliche Werbebotschaft
- Werbeträger – der Kanal oder Ort, über den diese Botschaft verbreitet wird
Erst im Zusammenspiel entsteht Werbung.
Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag eines Restaurants:
- Der Flyer ist das Werbemittel
- Der Briefkasten oder die Zeitung, in der er verteilt wird, ist der Werbeträger
Oder etwas moderner:
- Ein Instagram-Post ist das Werbemittel
- Instagram selbst ist der Werbeträger
Ohne Werbemittel gibt es keine Botschaft.
Ohne Werbeträger sieht sie niemand.
Kurz gesagt: Beides braucht einander – ähnlich wie Küche und Service.
Werbemittel – womit wird geworben?
Werbemittel sind alle Inhalte, mit denen eine Werbebotschaft gestaltet und vermittelt wird.
Dazu gehören:
- Texte
- Bilder
- Videos
- Logos
- Farben
- Gestaltungselemente
Gerade in der Gastronomie und Hotellerie sind Werbemittel besonders wichtig, weil viele Entscheidungen emotional getroffen werden. Ein schönes Gericht oder ein gemütliches Zimmer kann mehr überzeugen als tausend Worte.
Übersicht typischer Werbemittel im Gastgewerbe
| Werbemittel | Beschreibung |
|---|---|
| Werbeschild | Dauerhafte Kennzeichnung des Betriebs |
| Werbeplakat | Große, auffällige Werbung |
| Flyer | Kompakte Informationen zum Mitnehmen |
| Speisekarte | Verkaufsinstrument im Restaurant |
| Webseite | Digitale Visitenkarte |
| Social-Media-Post | Schnelle Reichweite online |
| Newsletter | Direkte Kommunikation mit Gästen |
| Werbevideo | Emotionaler Eindruck |
Viele Betriebe nutzen mehrere dieser Werbemittel gleichzeitig.
Werbeschilder – die stille Dauerwerbung
Ein Werbeschild ist oft das erste Werbemittel, das Gäste wahrnehmen.
Und ja: Manchmal entscheidet ein Schild tatsächlich darüber, ob ein Gast stehen bleibt oder weiterläuft.
Anforderungen an gute Werbeschilder
- gut lesbar
- klare Gestaltung
- eindeutige Botschaft
- zum Stil des Betriebs passend
Ein rustikaler Dorfgasthof wird kaum mit einem futuristischen Neonlogo werben.
Und ein Boutiquehotel wahrscheinlich nicht mit Comic-Schrift.
Auch hier gilt: Design kommuniziert bereits eine Botschaft.
Werbeplakate – Aufmerksamkeit auf den Punkt
Plakate sind klassische Werbemittel.
Ihr Vorteil: Sie wirken schnell und auffällig.
Ein gutes Werbeplakat enthält meist:
- ein starkes Bild
- eine kurze Botschaft
- wenig Text
Typische Einsätze in Gastronomie und Hotellerie
- saisonale Aktionen
- Veranstaltungen
- Themenwochen
- neue Angebote
Ein Beispiel:
„Spargelwochen – frisch vom regionalen Bauern“
Mehr braucht ein gutes Plakat oft nicht.
Zu viel Text?
Dann liest es ohnehin niemand. Besonders nicht hungrige Gäste.
Flyer – klein, aber erstaunlich effektiv
Flyer gehören zu den klassischen Werbemitteln.
Sie sind:
- günstig
- leicht zu verteilen
- kompakt
Restaurants nutzen Flyer häufig für:
- Lieferangebote
- neue Speisekarten
- Events
- Aktionen
Hotels verwenden sie beispielsweise für:
- Wellnessangebote
- Arrangements
- Veranstaltungen
Vorteile von Flyern
| Vorteil | Erklärung |
|---|---|
| handlich | Gäste können ihn mitnehmen |
| günstig | niedrige Produktionskosten |
| flexibel | schnell anpassbar |
Der größte Vorteil:
Der Gast hat die Information später noch einmal in der Hand.
Die Speisekarte – unterschätztes Werbemittel
Viele Azubis denken bei Werbung zuerst an Social Media oder Plakate.
Dabei ist eines der wichtigsten Werbemittel im Restaurant die Speisekarte.
Denn sie verkauft Gerichte – noch bevor sie serviert werden.
Wie Speisekarten Werbung machen
- Beschreibung der Gerichte
- Platzierung bestimmter Speisen
- Gestaltung und Layout
- Preisstruktur
Ein Beispiel:
| Beschreibung | Wirkung |
|---|---|
| „Pasta mit Tomatensoße“ | neutral |
| „Hausgemachte Tagliatelle mit aromatischer San-Marzano-Tomatensauce“ | deutlich attraktiver |
Ja, Worte können tatsächlich Appetit machen.
Digitale Werbemittel – Marketing im Internet
Digitale Werbemittel spielen heute eine immer größere Rolle.
Besonders jüngere Gäste informieren sich fast ausschließlich online.
Typische digitale Werbemittel sind:
- Webseiten
- Social-Media-Posts
- Newsletter
- Onlineanzeigen
- Werbevideos
Warum digitale Werbung wichtig ist
- schnelle Aktualisierung
- große Reichweite
- gezielte Zielgruppenansprache
- messbare Ergebnisse
Viele Restaurants merken inzwischen:
Ein guter Instagram-Beitrag kann manchmal mehr Gäste bringen als eine Anzeige in der Zeitung.
Werbevideos und Bilder – Emotion schlägt Information
In der Gastronomie gilt ein alter Marketinggrundsatz:
Menschen essen mit den Augen.
Deshalb sind Bilder und Videos besonders wirkungsvolle Werbemittel.
Typische Inhalte
- frisch angerichtete Gerichte
- Restaurantatmosphäre
- Einblicke in die Küche
- Hotelzimmer
- Wellnessbereiche
Gerade auf Social Media funktionieren Videos besonders gut.
Ein kurzer Clip von flambierten Crêpes kann mehr Aufmerksamkeit erzeugen als ein ganzer Text über Desserts.
Werbeträger – wo wird geworben?
Während Werbemittel die Botschaft enthalten, sorgen Werbeträger dafür, dass diese Botschaft überhaupt gesehen wird.
Werbeträger sind also die Kanäle oder Orte, auf denen Werbung erscheint.
Das können physische oder digitale Plattformen sein.
Klassische Werbeträger im Überblick
| Werbeträger | Nutzung |
|---|---|
| Zeitung | Lokale Werbung |
| Zeitschrift | Zielgruppenmarketing |
| Radio | Regionale Reichweite |
| Fernsehen | Große Reichweite |
| Plakatfläche | Außenwerbung |
| Litfaßsäule | Stadtbild |
| Schaufenster | Laufkundschaft |
Diese Werbeträger existieren teilweise seit Jahrzehnten – und funktionieren immer noch.
Zeitungen und Zeitschriften als Werbeträger
Gedruckte Medien sind zwar weniger dominant als früher, aber noch immer relevant.
Vor allem lokale Zeitungen werden häufig gelesen.
Für Gastronomie und Hotellerie eignen sie sich besonders für:
- regionale Werbung
- Veranstaltungen
- saisonale Angebote
Ein Landhotel erreicht über eine regionale Zeitung oft genau die Gäste, die tatsächlich in der Umgebung wohnen.
Radio und Fernsehen
Radio und Fernsehen gehören zu den klassischen Werbeträgern mit großer Reichweite.
Vorteile
- viele Menschen erreichen
- hohe Bekanntheit erzeugen
Nachteile
- relativ teuer
- Produktion aufwendiger
Deshalb nutzen vor allem größere Betriebe oder Hotelketten diese Kanäle.
Außenwerbung – Werbung im öffentlichen Raum
Außenwerbung begegnet Gästen im Alltag.
Typische Beispiele:
- Plakatflächen
- Banner
- Litfaßsäulen
- Schaufenster
Besonders Restaurants profitieren davon.
Warum?
Weil viele Gäste spontan entscheiden.
Der berühmte Satz
„Ach komm, lass uns hier essen gehen.“
entsteht oft genau vor solchen Werbeträgern.
Digitale Werbeträger – Marketing im Internet
Digitale Werbeträger sind heute aus dem Marketing kaum noch wegzudenken.
Sie bieten viele Vorteile:
- flexible Inhalte
- gezielte Zielgruppen
- messbare Ergebnisse
Übersicht digitaler Werbeträger
| Werbeträger | Besonderheit |
|---|---|
| Webseite | zentrale Informationsplattform |
| Social Media | direkte Interaktion |
| Suchmaschinen | Auffindbarkeit |
| Newsletter | direkter Kontakt |
| Buchungsportale | Verkaufskanal |
| Bewertungsplattformen | Image |
Webseiten als zentraler Werbeträger
Die Webseite ist heute die digitale Basis eines Betriebs.
Hier finden Gäste:
- Öffnungszeiten
- Speisekarten
- Zimmerangebote
- Bilder
- Kontaktmöglichkeiten
Eine schlechte Webseite kann Gäste abschrecken – noch bevor sie überhaupt im Betrieb waren.
Oder anders gesagt:
Eine veraltete Webseite wirkt ungefähr so einladend wie ein Restaurant mit flackerndem Neonlicht.
Social Media – Werbung und Kommunikation
Social Media verbindet Werbung mit direkter Kommunikation.
Gäste können:
- kommentieren
- Inhalte teilen
- Bewertungen hinterlassen
Für Gastronomie und Hotellerie eignen sich besonders:
- TikTok
Typische Inhalte:
- Food-Fotos
- Einblicke in den Küchenalltag
- Events
- Mitarbeitergeschichten
Authentizität ist hier wichtiger als perfekte Hochglanzwerbung.
Newsletter und E-Mail-Marketing
Newsletter gehören zu den effektivsten digitalen Werbeträgern.
Sie erreichen Gäste direkt im Postfach.
Typische Inhalte:
- Angebote
- Veranstaltungen
- saisonale Aktionen
Wichtig ist jedoch:
Zu viele Newsletter führen schnell dazu, dass sich Gäste wieder abmelden.
Oder, etwas realistischer formuliert:
Die E-Mail landet ungelesen im Spamordner.
Werbemittel und Werbeträger im Zusammenspiel
Erfolgreiche Werbung entsteht immer durch die Kombination von Werbemittel und Werbeträger.
Ein Beispiel aus der Praxis:
| Werbemittel | Werbeträger |
|---|---|
| Flyer | Zeitung |
| Instagram-Post | |
| Speisekarte | Restaurant |
| Werbevideo | Webseite |
Die richtige Kombination entscheidet über den Erfolg.
Ein toll gestalteter Flyer bringt wenig, wenn ihn niemand sieht.
Und ein riesiges Werbeplakat hilft wenig, wenn die Botschaft unklar ist.
Der Kostenfaktor Werbung
Werbung kostet Geld.
Dazu gehören:
- Gestaltung
- Druck
- Veröffentlichung
- Platzierung
Doch teuer bedeutet nicht automatisch erfolgreich.
Viele kleine Betriebe erzielen mit einfachen Mitteln gute Ergebnisse:
- kreative Tafeln
- aktive Social-Media-Accounts
- gute Bewertungen
Manchmal reicht schon eine gute Idee – und ein wenig Kreativität.
Tipps: Werbung im Betrieb verstehen
Auch Auszubildende können viel über Marketing lernen.
Praktische Tipps
- Speisekarten bewusst lesen
Wie werden Gerichte beschrieben? - Social Media beobachten
Welche Beiträge funktionieren besonders gut? - Auf Gäste achten
Wie sind sie auf den Betrieb aufmerksam geworden? - Ideen sammeln
Gute Marketingideen entstehen oft im Alltag.
